Der Gasthof "Zur Büchsenkathe" (Zur Büxenkathe)  in Bekmünde stand an der Abzweigung nach Krummendiek an der Bundesstraße 5, zwischen Wilster und Heiligenstedten
Der Name der ehemaligen Gaststätte wurde seinerzeit ausweislich des auch auf der Vorderfront des Anwesens lesbaren Namens "Büxenkathe" geschrieben - hierbei handelt es sich um eine Verbalhornung des Wortes Büchsenkate.

Die Büxenkathe wurde bis zum 01.09.1964 als ländliche Gastwirtschaft betrieben, bis 1953 sogar mit Saalbetrieb. Letzte Wirtin des Gasthofes war Kunigunde Schade, deren Ehemann Adolf 1944 an der Front gefallen war. Bereits um 1900 war dessen Vater Peter Schade Besitzer der Gaststätte. Aber schon vorher befand sich der bekannte Gasthof über mehrere Jahre hinweg in Famielienbesitz.

Am Donnerstag, den 28. Mai 1970 gegen 22.10 Uhr fiel das Gebäude einem verheerenden Schadensfeuer zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut.

Der Gasthof Büchsenkathe gehörte zu den vielen früher an den Landstraßen gelegenen Krügen mit Ausspann, die den Fuhrleuten Möglichkeiten zur Rast und zur Versorgung der Gespanne boten.

In früheren Zeiten war es mit den Wegen in der Marsch sehr schlecht bestellt. So bestand bis zum Ende des Honigfleths vormals ein Sandweg, der dann im Ihre 1640 als Steindamm ausgebaut wurde, wie in den Chroniken berichtet wird. Landschreiber Peter Rehder soll sich dann dafür eingestetzt haben, das dieser Steindamm bis zur Bekaubrücke fortgesetzt worden ist. Gleichzeitig wurde eine Abzweigung durch den sogenannten Wichelweg nah der Geest vorgesehen. Im Jahre 1656 hatte der Steindamm bereits eine Pflasterung und befand sich für damalige Verhältnisse in einem guten Zustand.

Die alte Strasse von Meldorf nach Itzehoe hatte nicht den heutigen Verlauf. Sie führte bei der Bekaubrücke entlang des rechten Bekauufers über Schadendorf und weiter bis zur Kreuzschanze, die sich im Winkel zwischen der Stör und der Bekaumündung als Befestigungsanlage befand. Nach dem Schwedenkrieg im Jahre 1643 und der 1644 folgenden Besetzung der Wilstermarsch und der Stadt Wilster durch die Schwedischen Truppen baute man bald nach deren Vertreibung diese Kreuzschanze und weitere bedeutende Befestigungsanlagen in Krummendiek und am Holstengraben.

Kleinere Anlagen errichtete man bei Kudensee am Averlaker Donn und beim Böversen Wehr sowie unter anderem bei Sankt Margarethen und beim Dückerstieg. Zudem wurden Staudämme gebaut, so dass man bei Bedrohungen durch Feinde die Marschen unter Wasser setzten konnte. Pator W. Jensen hat hierüber im Heimatbuch des Kreises Steinburg manche Aufschlüsse gegeben.

Doch soll hier noch einiges über die Gastsätte "Zur Büxenkathe" berichtet werden, die ja ehemals ihren Standort in Schadendorf hatte, und zwar rechts von der Bekau vorbeiführenden alten Strasse nach Itzehoe, kurz vor dem Thodenhof.

Zum alten Ort Schadendorf gehörten mehrere Häuser, denn man hat in späterer Zeit noch verschiedene Mauer- und Gewölbereste gefunden. Der Sage nach soll Klaus Störtebeker mit seinen Likedeelern (Gleichteiler) oder Vitalienbrüdern bis nach hier gekommen sein und ein  paar Häuser niedergebrannt haben, doch diese Annahme ist nicht authentisch belegt.

Seit dem 17. Jahrhundert existierte nun dort an dem Steindamm die "Büchsenschneiderkathe". Ein Schneider betrieb dort sein Handwerk. In einem der vielen Gerüchten ist von einem Hosenmacher, also einem Büchsenschneider, die Rede, der an dem vormaligen Standort seine Büchsenschneiderkate gehabt habe. Diese Interpretation erscheint hinterfragungswürdig. Es wurde eher vermutet, daß hier weit draußen vor der Stadt ein Büchsenmacher oder auch Büchsenschneider sich mit der Fertigung von Waffen (Büchsen) befaßte, denn der Umgang mit Schießpulver war wegen der Brandgefahr in der eng bebauten Stadt Wilster nicht erlaubt. Für diese These spricht auch, daß das Grundstück der Kate früher im Eigentum der Stadt Wilster lag.

Viele Jahre wurde diese Kate, zur der auch eine kleine Schankwirtschaft gehörte, von der Stadt Wilster verpachtet. Durch die gute Lage bedingt, wurde später dann nur noch eine Gastwirtschaft betrieben die sehr einträglich war. Der spätere Name Büchsenkathe entsprach allerdings nicht der ursprünglichen Funktion und Nutzung des Hauses. Einer der ehemaligen Besitzer hatte darum das Gasthaus "Hosenhotel" umbenennen wollen, doch war ihm die Erlaubnis versagt worden.

Wie bereits erwähnt war um 1900 Peter Schade Bestizer des Gasthofes mit Ausspann. Im Jahre 1936 übernahm der Sohn Adolf Schade gemeinsam mit seiner Frau Kunigunde Schade geb. Frauenrath die Büxenkathe. Im Kreigsjahr 1944 fiel Adolf Schade als Soldat an der Front und wurde in Nancy/Frankreich beigesetzt. Seitdem führte "Kuni", wie Kunigunde liebvoll von ihren Gästen genannt wurde, neben der Erziehung Ihrer vier Kinder im Alter von 1 - 6 Jahren, den Gasthof alleine weiter. Bis 1953 gehörte noch der Saalbetrieb dazu. Bis zum 1. September 1964 führte die Wirtin sehr erfolgreich die zukünftige ländliche Krugwirtschaft, um das Anwesen dann anschließend zu verpachten und um mit ihrem Lebensgefährten Willy Wiek in dem Ort Oering bei Bad Segeberg noch viele gemeinsame schöne Jahre zu verleben.

Bekanntlich wurde der Gasthof am 28.05.1970 dann durch ein Großfeuer völlig vernichtet und nicht wieder aufgebaut. Interessant dürfte noch sein, dass früher an der Bekaubrücke ein Brückengeld an das Gut Beke gezahlt werden musste, wenngleich man auch die Brücke und den Wichelweg von den Sehestedts gekauft hatte. Auch an der alten Landstrasse in Schadendorf soll ein Wegzoll als Nutzungsgebühr gezahlt worden sein, wenn Fahrzeuge  diesen alten Verkehrsweg benutzten. (Quellen: alter Zeitungsausschnitt mit einem Bericht von Rudolf Horstmann und www.mein-wilster.de )

Seit Sommer 2009 befindet sich auf dem Grundstück der Büchsenkathe, 40 jahre später, eine Rettungswagenstation.